Historisches Stellwerk 1 Schelklingen
Stellwerke und Eisenbahn in Schelklingen

Der Rangierbahnhof Ulm und seine Stellwerke
Ein Bildbericht aus dem Jahr 2012

Der Rangierbahnhof Ulm

Nachdem der bereits am 01. Juni 1950 eröffnete Bahnhof Ulm mit der Inbetriebnahme der verschiedenen Bahnstrecken stetig vergrößert wurde und die bestehenden Anlagen für den Güterverkehr nicht mehr erweitert werden konnten, wurde der Wunsch nach einem eigenen Güterbahnhof laut. Die Grundstücke für den neuen Güterbahnhof wurden von der KWStE 1899 von der Stadt Ulm erworben. Anfang 1903 erfolgte begann der Umbau der bestehenden Bahnanlagen und der Neubau an der Bahnstrecke Ulm – Sigmaringen begonnen.

Dazu wurde die Donautalbahn und der dazugehörige Bahnhof Söflingen nordwärts verlegt, der alte Bahnhof Söflingen wurde weiterhin als Güterbahnhof benutzt. 1906 erfolgte die Eröffnung des ersten Teils des Rangierbahnhofs. 1907 wurde der jetzige Bahnhof Söflingen errichtet. 1908 wurde am Blaubeurer Tor mit den Bauarbeiten für die dort liegende Güterabfertigung begonnen.
















Der Bauplan des Bahnhofs Söflingen zeigt hier die Straßenansicht des Gebäudes, ca. 1905, Sammlung Landesarchiv Baden-Württemberg, Außenstelle Ludwigsburg
























Der Bahnhof Ulm-Söflingen im Sommer 2012

Stellwerk der Bauart Siemens 1901 als Fahrdienstleiterstellwerk im Bahnhof Söflingen, Sommer 2012







 

Der Schienenbus "Ulmer Spatz" durchfährt an einem Sonntagmorgen den Bahnhof Söflingen, Sommer 2012










Von 1910 bis 1912 wurde am Rangierbahnhof auch das Bahnbetriebswerk errichtet, welches den Namen Bw Ulm Rbf erhielt. Dort wurden die Güterzug- und Rangierlokomotiven beheimatet.

Bis 1912 wurde der Abschnitt Ulm – Söflingen der Donautalbahn zweigleisig ausgebaut, um den Rangierbahnhof besser an die Strecke anbinden zu können.

 

Die Stellwerke im Rangierbahnhof Ulm

Die Stellwerke, die den Betrieb im Rangierbahnhof steuerten wurden ebenfalls ab 1907 gebaut und in der typischen württembergischen Bauweise errichtet. Die Stellwerke selbst waren mit der damals modernsten Technik – elektromechanischen Stellwerken der Firma Siemens ausgestattet. Die Stellwerke 4,6,12 und das Stellwerk im Bahnhof Söflingen waren bis zur Außerbetriebnahme am 08.11.2013 noch original erhalten.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick über die technische Ausstattung der Stellwerke. Durch Erweiterungen, aber auch durch Zerstörungen wurden die Stellwerke zum Teil technisch auch neu ausgestattet.

 

Stellwerk BauartInbetriebnahmeStilllegung
3Siemens & Halske, Bauart 1912194909.11.2013
4Siemens & Halske, Bauart 1901194509.11.2013
5Drucktastenstellwerk von Siemens195705.03.1997
6Siemens & Halske, Bauart 1901191009.11.2013
7mechanisches Stellwerk, Einheitsbauart194521.05.1997
8Siemens & Halske, Bauart 1907191209.11.2013
9elektromechanisches Stellwerk, E4319492003
10Siemens & Halske, Bauart 1912194517.10.2001
11Siemens & Halske, Bauart 1912193302.05.2011
12Siemens & Halske, Bauart 1901191109.11.2013
13Siemens & Halske, Bauart 1912194627.10.2006

 

Um einen besseren Eindruck von den Stellwerken zu erhalten sollen diese nun noch kurz im Bild vorgestellt werden. Die Aufnahmen wurden zwischen 2011 und 2013 gemacht, leider existierten zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr alle Stellwerke. Dennoch soll dieser „Status quo“ hier gezeigt werden. Alle Stellwerke wurden zum 08.11.2013 außer Betrieb genommen, vom 09.11. bis zum 11.11.2013 erfolgte die Umstellung des Bahnhofs Söflingen und des Rangierbahnhofes auf modernste EStW-Technik. 
























Das Stellwerk 3 im Sommer 2012

Das elektromechanische Stellwerk im Stellwerk 3 der Bauart 1912, Sommer 2012








 














 
























Das Stellwerk 4 inmitten der Gleisanlagen, hinter dem Stellwerk verläuft die Donautalbahn. Beachtenswert auch die Sperrsignale der Altbauform im Vordergrund. Durch einen Kriegstreffer bedingt wurde das Stellwerk 4 im Jahr 1945 vereinfacht wieder aufgebaut, Sommer 2012

Das Innenleben des Stellwerk 4, Mischbauform Siemens 1901 und E43, Sommer 2012
























Vom ehemaligen Stellwerk 5 haben wir leider bislang noch keine Bilder. Diese Lücke versuchen wir noch zu schließen und werden das Bildmaterial dann an dieser Stelle einfügen! Das Stellwerk 5 war bereits ein modernes Stellwerk mit einem Drucktastenstellwerk. Auf Grund des Verkaufs des Bahnareals und Errichtung des IKEA-Möbelhauses wurde das Stellwerk bereits 1997 stillgelegt und abgebrochen.
























Das Stellwerk 6 liegt am Ende des Rangierbahnhofes in Richtung Blaustein, Aufnahme aus dem Sommer 2012

Auch das Stellwerk 6 verfügte über ein elektromechanisches Stellwerk der Bauform Siemens 1901, Sommer 2012























Beim Stellwerk 7 handelte es sich um ein Stellwerk mit einem mechanischen Stellwerk der Bauform "Einheit". Auch davon sind bislang keine Bilder vorhanden, diese werden wir dann an dieser Stelle einfügen! Das Stellwerk 7 wurde - ebenso wie das Stellwerk 5 - für den Neubau des IKEA-Möbelhauses 1997 stillgelegt und kurz darauf abgebrochen.
























Das Stellwerk 8 steht direkt an der Drehscheibe vor dem "Haus 2" des Bw Ulm, Aufnahme aus dem Sommer 2012

Beim Stellwerk 8 handelt es sich um die Siemens-Bauform 1907
























Auch vom Stellwerk 9 fehlen derzeit noch Bilder. Auch dieses Stellwerk war mit der Technik der Firma Siemens ausgestattet. Hierbei handelte es sich um ein Stellwerk der Bauform E43.

Das Stellwerk 10 wurde bereits 2001 außer Betrieb genommen, die Aufnahme entstand 2010, der Abbruch erfolgte bereits im Jahr 2012, darin war ein Siemens-Stellwerk Bauform 1912 verbaut



















Das Stellwerk 11 im Sommer 2012, im unteren Geschoss war auch die ganze elektrische Stromversorgung für das benachbarte Stellwerk 12 untergebracht




















 

Die recht kleine Hebelbank im Stellwerk 11 entsprach der Bauform Siemens 1912, Sommer 2010
 













































Das Stellwerk 12 im Sommer 2010
























Das Stellwerk 12 entsprach ebenfalls wie die Stellwerke 4 und 6 der Bauform Siemens 1901, Sommer 2012


























Das Stellwerk 13 im Sommer 2010, in ihm war ein Siemens Stellwerk der Bauform 1912 untergebracht

Seit dem 11.11.2013 erfolgt die Steuerung des Bahnhofs Ulm-Söflingen und des Rangierbahnhofes von einem modernen elektronischen Stellwerk aus, welches in einem neuerstellten Gebäude neben dem Empfangsgebäude Ulm-Söflingen untergebracht ist.

Abschließend sei noch ein kleiner Blick in das Bw Ulm erlaubt:
























Vom IKEA-Parkhaus ein Blick auf das Bw Ulm, bestehend aus Haus 1,2 und 3, vor Haus 2 das Stellwerk 8, im Vordergrund laufen bereits die Bauarbeiten für die neue Gleisanlage, an dieser Stelle steht nun die Halle für die Innenreinigung von Fahrzeugen, Sommer 2012
























Eine kleine Lokparade im Sommer 2012: 364 533, 364 858, 322 298, 322 022 und 322 641 zeigen sich am Haus 2 im Bw Ulm aufgereiht
























Auf der Drehscheibe dreht Köf "Roberta" (322 641) eine Ehrenrunde, rechts daneben 218 487 und verdeckt 218 326 hinter dem Stellwerk 8, Sommer 2012