Historisches Stellwerk 1 Schelklingen
Stellwerke und Eisenbahn in Schelklingen

Der Bahnhof
Die Befehlsstelle - Geschichte und Bilder


Die (ehemalige) Befehlsstelle























Die Aufnahme des Bahnhofs aus dem Jahre 1872 zeigt noch die ursprüngliche Anlage des Bahnhofs. Kurz vor dem rechten Bildrand wurde 1901 das Stellwerk 1 erbaut. Das heutige Rangierergebäude steht bereits rechts neben dem Empfangsgebäude, am Bahnhof fehlt noch das Vordach. Links zwischen Bahnhof und Güterschuppen steht noch der Vorgängerbau der heutigen Gaststätte "Stellwerk". Ebenso sind die beiden Wohngebäude der Eisenbahn noch nicht gebaut und die Gleisanlage besteht aus nur 2 Gleisen und Ladegleisen. (Aufnahme: Stadtarchiv Schelklingen)

























Um 1900 wurde das oben gezeigte Bild aufgenommen. Noch fehlt dem Bahnhof das Vordach am Bahnsteig. Auf Gleis 1 steht die Dampflok "Bonn". Davor haben sich für das Bild die Bediensteten des Bahnhofs für das Gruppenfoto aufgestellt. Die Originalaufnahme befindet sich auf dem Stellwerk 1.

Die technischen Einrichtungen, bestehend aus der Befehlsstelle, die im Empfangsgebäude untergebracht war, dem Stellwerk 1 und dem Stellwerk 2 wurden am 25. Mai 1992 außer Betrieb genommen. Die Befehlsstelle war eine Eigenkonstruktion der Königlich-Württembergischen Eisenbahn und wurde 1901 von der Maschinenfabrik Esslingen gebaut. Diese Anlage wurde jedoch nach der Außerbetriebnahme verschrottet. Lediglich eine der Festlegekurbeln und einige der Emailleschilder haben als Anschauungsobjekte überlebt.























Zeitgenössische Postkarte um 1910: Das "Schlössle", die "Stuttgarter Zementfabrik" und der "Bahnhof". Oben rechts sind sehr schön die Gleisanlagen des Bahnhofs zu erkennen, unten links der Bahnhof mit einer Menge Fahrgästen vor dem Gebäude (Aufnahme: Privatsammlung Emanuel Königer)

Eine weitere Postkarte der Serie zeigt einen  Blick auf das "Stuttgarter Cementwerk", das Schlössle und den Pavillon auf der Wigandhöhe (Aufnahme: Privatsammlung Emanuel Königer)



 


























Postkarte "Partie am Bahnhof" aus Schelklingen, um 1910 (Aufnahme: Stadtarchiv Schelklingen)




















Blick vom Bahnhof auf die Gleisanlagen, die Aufnahme stammt aus der Zeit des Ersten Weltkrieges (Aufnahme: Stadtarchiv Schelklingen)


















Ein Blick aus dem Empfangsgebäude über die Gleisanlagen; auf Gleis 3 steht ein Lazarettzug abgestellt mit über 20 Wagen. Die Aufnahme wurde während des Ersten Weltkriegs erstellt (Aufnahme: Privatsammlung Emanuel Königer)























Die Ansichtskarte der Jahrhundertwende zeigt den Bahnhof noch ohne Stellwerke, ein Zügle fährt Richtung Schmiechen, um 1900 (Aufnahme: Privatsammlung Emanuel Königer)














Die Luftaufnahme aus den 1950er Jahren zeigt den Blick auf Schelklingen. Sehr schön im Vordergrund sind die Bahnanalagen zu erkennen (Aufnahme: CEKADE, Cramers Kunstanstalt, Dortmund)

Die Halt- und Fahrtanzeiger oberhalb der Befehlsstelle, 1991 (Aufnahme: Ralf Berger, Schwendi)
































Die Befehlsstelle in Aktion, einer der Fahrdienstleiter betätigt eine der Kurbeln, 1990 (Aufnahme: Georg Renz, Schelklingen)

Die Befehlsstelle als Ganzes, 1991 (Aufnahme: Ralf Berger, Schwendi)

Die Befehlsstelle nochmals von der anderen Seite, 1991 (Aufnahme: Ralf Berger, Schwendi)





























Blick in den alten Fahrdienstleiterraum, 1990 (Aufnahme: Georg Renz, Schelklingen)























25. Mai 1992 Fahrdienstleiter Werner Riechert an der Befehlsstelle - letzter Betriebstag, die Frühschicht (Aufnahme: Georg Renz, Schelklingen)
























25. Mai 1992 Fahrdienstleiter Walter Dachner an der Befehlsstelle - letzter Betriebstag, die Spätschicht (Aufnahme:  Georg Renz, Schelklingen)























Während des Umbaus des Bahnhofs auf die neue Technik wurde die Fahrkartenausgabe in einem Container untergebracht, 1992 (Aufnahme: Georg Renz, Schelklingen)

Seit der Stilllegung der Befehlsstelle werden die Weichen und Signale mit Hilfe eines Drucktastenstellwerks bedient, welches auch heute noch in Betrieb ist.

25. Mai 1992 - Das neue Stellwerk (SpDrL60) wird in Betrieb genommen (Aufnahme: Georg Renz, Schelklingen)

Das Drucktastenstellwerk ist auch heute noch in Betrieb, Sommer 2010

Das Empfangsgebäude Schelklingen im Sommer 2010

Außer dem Fahrdienstleiter, der die Befehlsstelle zu bedienen hatte, wurden im Bahnhof Schelklingen auch der Fahrkartenverkauf am Schalter und der Schalter für Expressgut und Gepäck bedient. Ebenso wurde der Wagenladungsverkehr organisiert.


Bericht der Südwest-Presse über den Bahnhof Schelklingen vom 18.08.2008

Schelklingen zehrt von Kleinkunst
Bahnhofs-Serie : "Stellwerk" früher bekannter Verkehrsknoten der Donautalbahn

Der Bahnhof in Schelklingen hat seine große Zeit hinter sich: als Güterumschlagplatz und Anschlussbahnhof für die Alb-Bahn. Heute verdankt er seine Bekanntheit nur noch der Kulturkneipe "Stellwerk".

KLAUS SCHLECKER
Einst glorreich, heute für die Bahn nur noch wenig bedeutend: der Schelklinger Bahnhof. Immerhin profitiert er von der "sozialen Funktion" des Kleinkunst-Lokals "Stellwerk". Foto: Klaus Schlecker

Schelklingen 
 
Schelklinger Bahnhof am Montagnachmittag - man merkt, es sind Ferien. Vergangenen Monat tummelten sich um diese Zeit noch Schüler hier rund um den Bahnhof. Die einen spielten Gameboy oder rauften miteinander, erinnert sich Fahrdienstleiter Peter Flögel. Und die anderen, fünf Jungs aus der zehnten Klasse, spuckten um die Wette auf den Boden, im Takt zu Klingeltönen von Gangsterrapper Bushido. Fast eine ganze Stunde lang: "So geht es hier immer zu, die Zeiten haben sich einfach geändert", sagt Flögel nachdenklich. Und mit ihnen der Bahnhof.

Dabei habe er vor rund zehn Jahren extra die Stelle gewechselt. "Weil in Schelklingen noch Betrieb war", sagt Flögel. Damals wurden noch Fahrkarten verkauft, es gab Rangierpersonal, die komplette Bahnhofsverwaltung samt Azubis war vor Ort. Heute arbeitet Flögel hauptsächlich allein, lediglich ein Signalarbeiter ist noch im Einsatz. Schelklinger Bahnhof am Montagnachmittag - man merkt, es sind Ferien. Vergangenen Monat tummelten sich um diese Zeit noch Schüler hier rund um den Bahnhof. Die einen spielten Gameboy oder rauften miteinander, erinnert sich Fahrdienstleiter Peter Flögel. Und die anderen, fünf Jungs aus der zehnten Klasse, spuckten um die Wette auf den Boden, im Takt zu Klingeltönen von Gangsterrapper Bushido. Fast eine ganze Stunde lang: "So geht es hier immer zu, die Zeiten haben sich einfach geändert", sagt Flögel nachdenklich. Und mit ihnen der Bahnhof.

Die glorreiche Geschichte des Schelklinger Bahnhofs beginnt mit der Einrichtung der Donautalbahn, als 1873 die Verbindung Ulm - Sigmaringen gebaut wurde. 1901 entwickelte sich der Schelklinger Bahnhof mit einem Anschluss an die Alb-Bahn zwischen Ulm und Reutlingen sogar zum Knotenpunkt, und damit zur größten und bedeutendsten Bahnanlage der Donautalbahn zwischen Ulm und Sigmaringen. Noch weit vor Ehingen und Blaubeuren, zuständig von Herrlingen bis Rechtenstein bei Munderkingen. Zwar wurde die Alb-Bahn 1969 stillgelegt, über ihre Schienen wurde aber bis vor einigen Jahren vom Schelklinger Bahnhof noch der Münsinger Truppenübungsplatz versorgt, der seit 2006 Biosphären-Gebiet ist.
 
Außer dem Militärverkehr scheint auch der Güterverkehr in Schelklingen keine große Rolle mehr zu spielen. Davon kündet der mittlerweile brachliegende dritte Bahnsteig. Ganze vier Güterzug-Kunden fallen dem Diensthabenden noch ein. Heute sind Schüler, die nach Blaubeuren, Gerhausen oder ins Ehinger Gymnasium fahren, die wichtigsten Fahrgäste. Und die Berufspendler: "Viele sind doch in den letzten Jahrzehnten hier rausgezogen, der schönen Landschaft wegen." Jetzt spürten sie die hohen Benzinpreise schmerzhaft, und "morgens wie abends sind die Regionalzüge wieder rammelvoll".
 
Beschaulicher geht es da schon am Sonntag zu. Dann fahren von Mai bis Oktober die privaten Ausflugsbähnchen "Ulmer Spatz" und "Roter Brummer" von Schelklingen aus auf die Schwäbische Alb bis Kleinengstingen mit lohnenden Zielen wie Schloss Lichtenstein, dem großen Lautertal mit dem Gestüt Marbach oder eben dem Biosphärengebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz mit dem verlassenen Dörfchen Gruorn. Dabei hat auch Schelklingen einiges zu bieten. Den Schlossbergturm, den Hohlen Fels, das malerische Schmiechtal mit den Lutherischen Bergen, den Urspringtopf. Mit der Regionalbahn Memmingen-Ulm- Ehingen im Stundentakt zu erreichen.
 
Schelklingen ist vor allem aber in Zusammenhang mit seinem Stellwerk bekannt. Denn darin befindet sich das gleichnamige Kleinkunst-Lokal. Seit Jahren wartet es mit einem Programm auf, das es über die Schelklinger Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat.
 
Laut Flögel ist die Kneipe ein Segen für das ganze Bahnhofsgelände: "Der Wirt und seine Gäste haben hier tatsächlich eine gewisse soziale Funktion, ohne das ,Stellwerk würde es hier anders aussehen." So wurden auch die Parkplätze vor dem Bahnhof vor einiger Zeit wieder in Schuss gebracht. Das größte Problem aber stellt das eigentliche Bahnhofsgebäude dar. Fäkalschmierereien und der alltägliche Vandalismus hinterlassen ihre Spuren. "Die Stadt hätte es gern gekauft, aber es fehlte wohl das Geld."
 
Ganz so scheint es nicht zu sein, denn auf Anfrage sagt Bürgermeister Michael Knapp, die Kommune habe für den Bahnhof schlicht keine Verwendung. Soweit er wisse, sei das Gebäude an einen deutsch-englischen Investor verkauft worden. Was damit geschehe, sei ungewiss. Und dem Beamten Flögel bleibt nur ein schwacher Trost: "dass es auf anderen Bahnhöfen noch schlimmer zugeht".

Erscheinungsdatum: Montag 18.08.2008



Daten aus der Geschichte des Bahnhofs Schelklingen

28.04.1865
Beschluss des württembergischen Landtags über das entsprechende Gesetz, das den Bau einer Eisenbahnstrecke von Ulm entlang von Blau, Ach und Schmiech bis Ehingen und dann weiter entlang der Donau bis Sigmaringen vorsah.

1865               
Beginn der Arbeiten am Bau der Donautalbahn

02.08.1868    
Eröffnung des Streckenabschnitts Ulm – Blaubeuren (16,43 km)

13.06.1869     
Eröffnung des Streckenabschnitts Blaubeuren – Ehingen (17,19 km)

1870                          
Das Empfangsgebäude Schelklingen wird von Eulenstein errichtet und dient als Vorbild für weitere Empfangsgebäude entlang der Donautalbahn.

30.07.1870     
König Karl befährt mit einem Sonderzug die fertiggestellten Abschnitte der Donautalbahn

13.06.1886     
Haltepunkt Schmiechen eingerichtet

1898                          
Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten an der heutigen Alb-Bahn am Abschnitt Münsingen – Schelklingen

1899               
Verbreiterung und Verlängerung des Schelklinger Bahnhofs, dieser erhält dabei seine Stellwerksanlage; zentrale Weichen- und Signalstellung

1901               
Einrichtung einer Bahnmeistereistelle in Schelklingen

29.07.1901     
Probefahrt auf der Nebenbahn

01.08.1901     
Betriebsaufnahme auf der Strecke Münsingen – Schelklingen

17.04.1902     
Neueröffnung der Station V Klasse Schmiechen Ort

1907               
Auf der Nebenbahn Reutlingen – Schelklingen sind Weichen- und Signalsicherungen einfacher Art vorhanden. Anbau des Vordaches an das Empfangsgebäude.

1912               
Erdölglühlicht „Keros“ zur Verwendung auf dem Bahnhof Schelklingen

1937               
Pläne der Deutschen Reichsbahn sehen vor, den langen eingleisig verbliebenen Streckenabschnitt von Herrlingen nach Immendingen wegen der militärstrategischen Bedeutung der Strecke vollständig zweigleisig auszubauen.

1940
Der Bau des zweiten Streckengleises Blaubeuren - Immendingen ist geplant. Wegen des zweiten Durchfahrtgleises wäre es im Bahnhof Schelklingen zu einer Änderung des Spurplans gekommen, die Abfahrtsbahnsteige wären an die Gleise 3 und 4 gerückt. Die Bahnsteige sollten über eine Bahnhofsunterführung mit Treppenabgängen miteinander verbunden werden.

01.04.1945
Mit Munition beladener Zug wurde in Brand geschossen. Zug-Nr. 6791510 auf der Fahrstrecke Ulm - Kleinengstingen, Unfallstelle zwischen Schelklingen und Schmiechen.

01.10.1945     
Bm Blaubeuren aufgehoben und Restbezirk an die Bm Schelklingen

12.10.1945     
Die Strecke Schelklingen – Riedlingen geht vom RBA Ulm auf die RBD Karlsruhe; vom RMA Ulm die Strecke Zonengrenze – Schelklingen – Sigmaringen und Schelklingen – Kleinengstingen an das RMA Tübingen

11.03.1946     
Der Betrieb auf der Strecke Scheklingen – Münsingen wird wieder aufgenommen

04.12.1947     
Nach Reparaturarbeiten auf Grund der Kriegseinwirkungen ist die Donautalbahn von Ulm bis Immendingen durchgehend befahrbar

14.04.1949     
Die Donautalbahn ist wieder vollständig bis Sigmaringen befahrbar

27.04.1953
Zusammenstoß eines Zuges mit französischem Militär und LKW auf dem Überweg bei Schmiechen, Zuglok 50 1204 und mehrere Wagen entgleist und umgestürzt

01.07.1955     
Schelklingen Rgkl II, Nebendiensstelle Bf Hütten, angegliederte Stellen Hp u Talsteußlingen und Hp u Schmiechen Ort, Hp (Ag) Schmiechen

28.07.1969     
Einstellung des Verkehrs auf der Strecke Honau (Württ) – Kleinengstingen und des Personenverkehrs auf der Strecke Kleinengstingen - Schelklingen 

01.03.1973     
Bf Schelklingen von Rgkl 5 nach Rgkl 4

01.03.1976     
HDSt Bf Schelklingen wird voll an Bf Blaubeuren angegliedert und es entfällt die Rgkl 4

01.09.1978     
HDSt Bf Blaubeuren und Bf Ehingen (Donau) werden aufgelöst und zur neuen HDSt Schelklingen zusammengefasst; Bf Schelklingen wird gleichzeitig Knotenbahnhof; HDSt Blaubeuren (Rgkl 4), Ehingen (Donau) (Rgkl 3), NDSt Bf Herrlingen (Rgkl 7), Bf Allmendingen (Rgkl 7) werden voll an Schelklingen angegliedert; Rgkl entfallen; NDSt Münsingen wurd mit Bf u Mehrstetten, Bf Oberheutal, Bf Marbach (b Münsingen), Bf u Kleinengstingen, Hst u Gomadingen, Hast u Kohlstetten verwaltungsmäßig dem Bf Schelklingen angegliedert

01.01.1980     
Bf Schelklingen Rgkl III, Knotenpunktbahnhof, voll angegliederte Stellen: Hp u Schmiechen, Bf Allmendingen, Bf u Hütten, Außenstelle NDSt Münsingen voll an Bf Schelklingen angegliedert Rgkl 7 entfällt, „Örtlicher Außenvertreter“ wurde zuständig für Bf u Mehrtstetten, Bf Oberheutal, Bf u Marbach bei Münsingen, Bf u Kleinengstingen, Bf Blaubeuren, Bf Münsingen, Bf Ehingen (Donau), davon sonstige voll angegliedert: Hp u Blausein West, Bf Herrlingen, Bbf u Arnegg, Hp u Gerhausen, Bf Mehrstetten, Bf Oberheutal, Bf u Marbach (b Münsingen) Bf u Kleinengstingen, Hpu Dettingen (b Ehingen), Bf Rottenacker, Bf Munderkingen, Hst u Untermarchal, Bf Rechtenstein, Bf Sigmaringendorf, Bf Inzigkofen, Hast u Gutenstein, Bf Thiergarten (Hohenz)

29.05.1983     
Kbf Schelklingen aufgehoben und Bereich an Kbf Ulm Rbf angegliedert

01.05.1985     
Bf-Ast Blaubeuren, Ehingen (Donau), Münsingen werden aufgehoben, Leitung und Beaufsichtigung dieser Stellen sowie von Bf Herrlingen, Bbf u Arnegg, Hp u Gutenstein, Bf u Mehrstetten, Bf Oberheutal, Bf u Marbach (b Münsingen), Bf u Kleinengstingen, Bf Rottenaccker, Bf Munderkingen, Bf Rechtenstein gehen auf HDSt Bf Schelklingen über

1991
Erste Pläne für den Einbau eines Spurplanstellwerks im Bahnhof Schelklingen werden erstellt

1992               
Geplant ist der Bau eines EStw Schelklingen

25.05.1992
Ausserbetriebnahme der mechanischen Stellwerksanlage, Inbetriebnahme des SpDrL60-Stellwerks

01.06.1992     
Expressgut / Expressdienst wird aufgehoben

01.01.1993     
Bf Schelklingen Rgkl III, Knotenpunktbahnhof, sonstige Stellen: Bf Herrlingen, Bbf u Arnegg, Hp u Gerhausen, Bf Blaubeuren, Hp u Schmiechen, Bf Allmendingen, Bf Ehingen (Donau), Bf Rottenacker, Bf Munderkingen, Bf Rechtenstein, Bf u Kleinengstingen, Bf Münsingen, Bf u Oberheual

01.06.1994     
Schelklingen als Netz-Bf aufgehoben

1995/96          
Zweistündlicher RB-Takt Neustadt – Ulm, stündlicher Zwischentakt mit RB Ehingen – Ulm mit Durchbindung an die Illertalbahn























Das Empfangsgebäude von der Straßenseite her im Sommer 2011
























Ansicht des Gebäudes von der Gleisseite aus, Sommer 2011  























Die Postkarte - aufgenommen um 1930 - zeigt Schelklingen, vorne links der Güterschuppen (angeschnitten), die Bahnhofsgaststätte, der Bahnhof, an der Brücke ist etwas undeutlich das Stellwerk 1 zu erkennen. Die helle Fläche vorne links gehört zum Steinwerk Schelklingen (Aufnahme: Privatsammlung Emanuel Königer)

 

*** Pressemeldungen ***

Bericht der Südwest-Presse über den Bahnhof Schelklingen vom 03.06.2013


Schelklinger Bahnhof wieder zu verkaufen

Noch ist es nur eine Idee. Doch das Schild "Zu verkaufen" lässt Bürgermeister Michael Knapp von einem Bürgerbahnhof in seinem Schelklingen träumen.

Autor: ANDREAS HACKER | 01.06.2013 Erneut zum Verkauf angeboten wird der Bahnhof in Schelklingen. Bürgermeister Michael Knapp will mit dem Gemeinderat darüber reden.

Der Hinweis hängt vorne und hinten am Bahnsteig: "Zu verkaufen" steht auf dem Schild im Bahnhof Schelklingen, ergänzt um eine Handynummer samt Ansprechpartnerin und E-Mail-Adresse bei der Main Asset Management (MAM) im hessischen Dreieich. Das ist ein Immobiliendienstleister und Projektentwickler, der Wert auf die Feststellung legt, nicht selbst Eigentümer zu sein, sondern im Auftrag der Eigentümer in Luxemburg an Zukunftskonzepten vor allem für Bahnhöfe zu arbeiten.

Schelklingen gehört dabei - wie Munderkingen - zu dem Paket von ursprünglich einmal mehr als 1000 Bahnhöfen, das internationale Eigentümergesellschaften von der Bahn gekauft hatten. Inzwischen sind rund 400 wieder verkauft und der Vorstoß jetzt für eine Neubelebung in Schelklingen ist nicht der erste: Schon vor vier Jahren, im Juni 2009, hatte MAM für die Region eine neue Offensive zur Sanierung der Bahnhöfe angekündigt. Die führte in Schelklingen zwar zur Debatte um den Bahnhof als möglichen Standort für das jetzt in Hütten verwirklichte Infozentrum fürs Biosphärengebiet, blieb aber zunächst ohne Folgen.

Jetzt löst das neuerliche Schild bei Bürgermeister Michael Knapp, der damals mit Vertretern von MAM und Gemeinderat Stefan Auer den Bahnhof besichtigt hatte, eine andere Idee aus: Lernen vom Leutkircher Bürgerbahnhof. Dort haben Stadt und Gemeinderat die Weichen gestellt, dass der Bahnhof gekauft und von einer Genossenschaft saniert wird. Entstanden ist ein mehrfach ausgezeichnetes Projekt mit Gastronomie und Veranstaltungsräumen, das vor einem Jahr in Betrieb ging und seither immer wieder als Vorbild für eine gelungene Bahnhofsrettung dient.

"Ich weiß, dass wir uns nicht mit Leutkirch vergleichen können", erklärt Knapp auf die Frage, was die Stadt zu tun gedenke. Aber prüfen will er zumindest, ob es nicht ein ähnliches Vorgehen geben könnte: Wenn der Gemeinderat den Bahnhof ins Gebiet der Stadtkernsanierung III aufnehme, könnten bei einem positiven Bescheid auf einen Antrag beim Regierungspräsidium Maßnahmen am Bahnhof aus dem Sanierungstopf bezuschusst werden. Die erforderlichen kommunalen Eigenmittel müsste Schelklingen aufbringen können, glaubt Knapp, der das ganze Vorhaben aber zunächst einmal im Gemeinderat nichtöffentlich besprechen will. "Ich kenne ja den Bahnhof von der Besichtigung her", sagt Knapp und schwärmt von "fantastischen Gewölben" im Keller.

Klar ist für den Bürgermeister, dass die Stadt ein solches Projekt nicht alleine stemmen kann. Die Idee des Bürgerbahnhofs - in Leutkirch haben 695 Mitglieder 1,111 Millionen Euro Bürgerkapital und mehrere Tausend ehrenamtliche Stunden beigesteuert - hält er aber für so faszinierend, dass er auf jeden Fall für einen Versuch werben will. "Das wäre etwas Positives", sagt er und hofft auf Unterstützung. "Ganz wichtig wäre, dass wir dafür auch noch jemanden aus der Gastronomie gewinnen können."

Erscheinungsdatum: Montag 03.06.2013

 

Im Schelklinger Bahnhof entstehen Wohnungen (SWP)

Der Bahnhof in Schelklingen ist verkauft. Das Gebäude soll umgebaut werden - geplant sind Studentenwohnungen, ein Kiosk und eine Gastronomie.

BERNHARD RAIDT | 18.10.2013

Im Schelklinger Bahnhof sollen bald Wohnungen entstehen. 

Werner Falkenstern aus Schelklingen hat den Schelklinger Bahnhof erworben. Seine Firma WeFa Pool mit Büro in Ringingen bietet auf den Kunden abgestimmte Schwimmbäder mit Salz-Elektrolyse-Wasseraufbereitung an.

Bereits jetzt, noch im Herbst, soll mit dem Umbau des Bahnhofs begonnen werden. Falkenstern plant den Einbau von mehreren Studentenwohnungen im Obergeschoss. Neben drei bis vier Einzelwohnungen sollen auch Räume für Wohngemeinschaften entstehen. Studentenwohnungen seien in Ulm absolute Mangelware, durch die gute Zugverbindung von Schelklingen nach Ulm seien die Wohnungen sicher gefragt, sagt Falkenstern.

Im Erdgeschoss plant Falkenstern den Einbau eines Kiosks, in dem Zugreisende einen Kaffee und Schüler auch "was Gesundes" kaufen können. Außerdem ist ein Gastronomiebetrieb geplant, der ein- bis zweimal in der Woche als Seniorentreffpunkt genutzt werden soll. Falkenstern stellt sich vor, dass sich die Senioren dort zum Kaffee treffen können. "Einen eigenen Kuchen mitzubringen sollte dort kein Problem sein", sagt er. Interessierte Firmen sollen Kaffee und Tee laut den Vorstellungen Falkensterns als Spende an die Älteren ausschenken. Im Kellergeschoss werden unter Umständen noch zwei Proberäume für junge Bands entstehen.

Gekauft hat Falkenstern den Bahnhof von der Firma Main Asset Management (MAM) im hessischen Dreieich. Schelklingen gehörte wie Munderkingen zum Paket von ursprünglich einmal mehr als 1000 Bahnhöfen, das internationale Eigentümergesellschaften von der Bahn gekauft hatten. Zahlreiche Bahnhöfe sind wieder verkauft - nun auch der in Schelklingen.

Zuvor hatte es zahlreiche andere Pläne für den Bahnhof gegeben. Zeitweise war das Gebäude ein Thema fürs Schelklinger Biosphären-Infozentrum gewesen. Die Mehrheit des Gemeinderats entschied sich dann aber für den Standort Hütten. Bürgermeister Michael Knapp hatte danach die Idee eines "Bürgerbahnhofs", ähnlich wie in Leutkirch: Die Stadt sollte das Gebäude kaufen, eine Genossenschaft sanieren; das Haus sollte dann mit Gastronomie und Veranstaltungsräumen belebt werden.

Jetzt hat aber mit Falkenstern ein privater Investor den Zuschlag erhalten. Der Bahnhof war auch am Mittwoch Thema im Gemeinderat, als es um die Stadtkernsanierung III ging. In deren Rahmen soll auch das Bahnhofsareal ansprechender gestaltet werden. Als "Eingangsbereich zur Stadt" sei es sehr wichtig. Falkenstern wollte gestern noch nicht sagen, ob er mit dem Bahnhof am Sanierungsprogramm teilnehmen kann: Es sei alles noch zu frisch, er müsse sich erst genau informieren. Der Gemeinderat hatte erst am Mittwoch entschieden, den Antrag zur Sanierung auf den Weg zu bringen. Vorgesehen ist ein Förderrahmen von 3,6 Millionen Euro.

 

Neues Leben im Schelklinger Bahnhof (SWP)

Der Umbau des Schelklinger Bahnhofs macht Fortschritte. Bereits im April sollen erste Studenten einziehen. Ein Kiosk soll bis Mitte des Jahres eröffnen, die Eröffnung eines Cafés mit Biergarten folgt etwas später.

BERNHARD RAIDT | 15.02.2014 

Im Schelklinger Bahnhofsgebäude tut sich etwas. Lange galt der Bau mit der markant-bunten Steinfassade als Problemimmobilie, Bürgermeister und Gemeinderat sannen lange über Nutzungsmöglichkeiten nach.

Nun soll es bald ziemlich lebendig werden im Gebäude. Wie berichtet, hat Werner Falkenstern aus Ringingen den Bahnhof erworben. Zusammen mit Helmut Rüdiger von der Firma Schwarz aus Oberdischingen baut er nun den Bahnhof Stück für Stück um. Die beiden Männer sind im ersten Stock des Gebäudes schon ziemlich weit vorangekommen mit den Arbeiten. Sie bauen dort zehn Zimmer für Studenten ein, die in einer Wohngemeinschaft zusammen leben wollen. Zwei Baderäume, ein Küche und ein großer Gemeinschaftsraum sind neben den rund zwölf Quadratmeter großen Zimmern auf dem Stockwerk zu finden. Bereits zum Semesterbeginn im April sollen die Zimmer angeboten werden. Falkenstern ist überzeugt, dass die Nachfrage nach den Zimmern in Schelklingen da ist. Der Wohnraum für Studenten in Ulm sei knapp, die Lage in Schelklingen günstig. "Innerhalb von einer halben Stunde sind die Studenten von Schelklingen aus an der Ulmer Uni", sagt Falkenstern - die gute Zugverbindung mache es möglich. Zudem bietet das Wohnen im Bahnhof ja auch den Studenten den besonderen Komfort, dass der Zug quasi direkt vor der Haustür halte.

In die ehemalige Schalterhalle des Bahnhofs baut Falkenstern einen Kiosk ein, an dem etwa Snacks und Zeitungen verkauft werden. Auch Toiletten sind in der Wartehalle geplant - in Absprache mit der Schwäbischen Alb-Bahn, die ihren Fahrgästen während des Halts in Schelklingen ein WC anbieten will. Bis Mitte des Jahres, schätzt Falkenstern, sei das mit dem Kiosk und den Toiletten soweit. Doch der Unternehmer hat noch weitere Pläne für das Bahnhofsgebäude: Im ehemaligen großen Aufenthaltsraum der Bahn-Mitarbeiter soll ein Café eröffnen - mit Verbindung nach draußen, wo unter dem Lindenbaum neben dem Bahnhofsgebäude ein Biergarten geplant ist. Wie berichtet plant Falkenstern, dass sich in diesem Café einmal in der Woche ältere Mitbürger treffen können. Über die Einrichtung des Cafés hat sich Falkenstern bereits Gedanken gemacht: "Es könnte wie ein Eisenbahnwaggon gestaltet werden." Falkenstern sucht jetzt Pächter und Mieter für Kiosk, Café und Wohnungen.

Das Angebot kommt in Schelklingen übrigens zur richtigen Zeit: Erst in dieser Woche hat die Stadt die Ergebnisse einer Umfrage zur Situation in der Innenstadt veröffentlicht. Wie berichtet nennen die Teilnehmer dabei eine größere Auswahl an Cafés als eines der wichtigsten Anliegen. Auch Werner Falkenstern ist überzeugt, dass die Nachfrage da ist - vor allem angesichts der bevorzugten Lage des Bahnhofs. Denn der sei den ganzen Tag über durch viele Pendler und Reisende belebt, Fahrradfahrer auf dem Donauradwanderweg machten Station, Wanderer stiegen am Bahnhof aus. "Ich sehe ja während der Umbauarbeiten gerade, was hier los ist", sagt Falkenstern. Neben dem Umbau des Bahnhofs betreibt der Unternehmer noch eine Firma namens WeFa-Pool mit Büro in Ringingen. Diese Firma bietet auf den Kunden abgestimmte Schwimmbäder mit Salz-Elektrolyse-Wasseraufbereitung an.

Pläne hat Falkenstern auch für die weiteren Räume im ehemaligen Bahnhofsgebäude. Im zweiten Stock sollen zwei Ein-Zimmer-Appartements mit Küche und Bad entstehen. Daneben liegt in dieser Etage eine Wohnung, die einst von einer Bahnmitarbeiterfamilie genutzt wurde. Sie wirkt, als sei sie zu Zeiten der Königlich-Württembergischen Staatseisenbahn zuletzt bewohnt worden. Historische Tapeten und rohe Dielenbretter sind zu sehen. Dieser Teil des Gebäudes soll zuletzt renoviert werden, sagt Falkenstern - er plant, dort ebenfalls eine Wohngemeinschaft mit vier Zimmern für Studenten einzubauen. Auch für den großen, alten Gewölbekeller des Bahnhofs gibt es Pläne - dort entstehen derzeit zwei Proberäume für Musikbands.